Redaktion Wintergarten Nürnberg · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 14.10.2026
Eine Terrassenüberdachung schützt von oben und bleibt seitlich offen; in Bayern ist sie bis 30 m² verfahrensfrei. Ein Wintergarten ist rundum verglast, länger im Jahr nutzbar, zählt anteilig oder voll zur Wohnfläche – und braucht immer einen Bauantrag. Achtung: Wer ein Terrassendach ringsum verglast, hat baurechtlich einen Wintergarten gebaut.
Unsicher, was zu Ihrer Terrasse passt?
Wir schauen uns Terrasse und Hausanschluss an und beraten Sie ehrlich.
Viele Gespräche, die wir in Nürnberg führen, beginnen mit dem Wunsch nach einem Dach über der Terrasse und enden bei der Frage, ob es nicht gleich ein Glasraum sein soll. Beides hat seine Berechtigung. Wir bauen Wintergärten und schließen auch bestehende Terrassen – wie das abläuft, zeigt die Seite Terrasse zum Wintergarten Nürnberg. Hier geht es um die Entscheidung davor.
Wintergarten oder Terrassenüberdachung: der Unterschied
Die Terrassenüberdachung ist ein Dach auf Pfosten, meist aus Aluminium oder Holz mit Glas oder Stegplatten. Sie hält Regen ab und spendet je nach Eindeckung Schatten. Wind, Kälte und Insekten kommen aber weiterhin seitlich herein – die Terrasse bleibt ein Platz im Freien.
Der Wintergarten ist dagegen ein geschlossener Raum. Glaswände, Türen und ein dichter Anschluss an das Haus machen ihn je nach Ausführung vom Frühjahr bis in den Herbst oder das ganze Jahr nutzbar.
Terrassenüberdachung und Wintergarten im Vergleich
| Kriterium | Terrassenüberdachung | Wintergarten |
|---|---|---|
| Seiten | offen | rundum verglast |
| Nutzung | bei mildem Wetter | saisonal (kalt) bis ganzjährig (beheizt) |
| Baurecht in Bayern | bis 30 m² verfahrensfrei | stets Bauantrag |
| Wohnfläche (WoFlV) | keine | unbeheizt zur Hälfte, beheizt voll |
| Fundament | Punktfundamente für die Pfosten | je nach Bauart Streifen, Punkte oder Bodenplatte |
| Dachglas | bei Glaseindeckung in beiden Fällen VSG nach DIN 18008-2 | |
| Budget | niedriger | höher, je nach Klasse deutlich |
Quellen: gesetze-bayern.de (Art. 57 BayBO), § 4 WoFlV, DIN 18008-2 (Erläuterung).
Baurecht in Bayern: wo das Terrassendach endet und der Wintergarten beginnt
Die Bayerische Bauordnung zieht die Grenze klar. Verfahrensfrei ist nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BayBO (Fassung ab 01.05.2026) nur die Terrassenüberdachung mit höchstens 30 m² Fläche. Einen verfahrensfreien Wintergarten gibt es nicht – weder mit noch ohne Heizung.
Wichtig beim Nachrüsten: Dass eine Überdachung nur bei mindestens zwei offenen Seiten als solche gilt, ist eine gängige Auslegung, kein Gesetzestext. Sicher ist: Wird sie rundum verglast, ist sie baurechtlich ein Wintergarten und braucht einen Bauantrag. Sprechen Sie Seitenwände deshalb vor dem Einbau ab.
Zuständig ist in Nürnberg die Bauordnungsbehörde der Stadt; in Fürth, Erlangen und Schwabach die jeweilige Stadt, im Landkreis das Landratsamt (BayBO). Wie der Antrag aufgebaut ist und welche Unterlagen wir dafür erstellen, lesen Sie unter Wintergarten Baugenehmigung Bayern – alle Details.
Wann eine Terrassenüberdachung genügt
- Sie nutzen die Terrasse vor allem im Sommer und wollen nur vor Regen und praller Sonne geschützt sein.
- Der Garten soll offen und luftig bleiben, Wände würden die Sicht stören.
- Das Budget ist begrenzt und ein Bauantrag soll vermieden werden – dann muss die Fläche bei höchstens 30 m² bleiben.
- Die Terrasse liegt nach Norden oder Osten und wird ohnehin nicht stark aufgeheizt.
Wann sich der Wintergarten lohnt
- Sie möchten draußen sitzen, wenn es kühl oder windig ist – im April, im Oktober, an Regentagen.
- Kübelpflanzen brauchen ein helles Winterquartier. Mit rund 90 Frosttagen im Nürnberger Mittel (DWD) ist das ein echtes Argument.
- Sie suchen zusätzlichen Wohnraum, etwa ein Arbeits- oder Esszimmer.
- Die Fläche soll als Wohnfläche zählen – unbeheizt zur Hälfte, beheizt voll.
Wer nur von Frühjahr bis Herbst im Glasraum sitzen will, ist mit einem Kaltwintergarten gut bedient. Soll der Raum im Januar ein Zimmer sein, führt kein Weg am Wohnwintergarten Nürnberg vorbei.
Vom Terrassendach zum Glasraum: die Ausbaustufen
Häufig wird nicht in einem Schritt entschieden, sondern stufenweise ausgebaut. Wichtig ist, an welcher Stelle aus dem Dach rechtlich ein Wintergarten wird:
- Offenes Terrassendach: Pfosten, Träger, Dach – bis 30 m² ohne Verfahren.
- Einzelne Seitenelemente: Ein Windschutz an einer Seite, die übrigen Seiten bleiben offen.
- Rundum geschlossen: Glasschiebeelemente an allen offenen Seiten. Ab hier ist es baurechtlich ein Wintergarten mit Bauantrag.
- Kaltwintergarten: Dichte Anschlüsse, Lüftung und Beschattung machen den Raum zum Sommergarten.
- Wohnwintergarten: Isolierglas, gedämmte Profile und Heizung – ein meist neu geplanter Raum.
Den Sprung von Stufe 4 auf 5 schafft eine vorhandene Überdachung selten. Ungedämmte Profile und einfache Eindeckungen lassen sich kaum zum beheizten Raum aufrüsten. Für die Schiebefront der Stufe 3 lohnt ein Blick in den Ratgeber Wintergarten Schiebetüren – alle Details.
Checkliste: Taugt Ihr vorhandenes Terrassendach als Basis für Glaswände?
- Fundament: Tragen die Pfostenfundamente zusätzliche Wandlasten, und liegen sie frostfrei?
- Träger und Sparren: Reichen die Querschnitte für Glaswände und die Schneelast? Nürnberg liegt in Schneelastzone 1 mit mindestens 0,65 kN/m² (DIBt).
- Dacheindeckung: Ist Glas verbaut, muss es VSG sein. Stegplatten bleiben möglich, verändern aber Klima und Optik.
- Hausanschluss und Entwässerung: Ist die Fuge zur Fassade dicht, und wohin läuft das Dachwasser?
Kosten: Terrassenüberdachung oder Wintergarten?
Für Terrassenüberdachungen nennen wir hier bewusst keine Preise, weil wir dazu keine belastbare Quelle auswerten. Klar ist nur die Richtung: Ohne Seitenwände, Türen und Bauantrag liegt die Überdachung deutlich unter einem Wintergarten. Für Wintergärten gelten diese Richtwerte:
| Wintergarten-Klasse (inkl. Montage) | Richtwert je m² |
|---|---|
| Kaltwintergarten Basis | 890–1.200 € |
| Kaltwintergarten Premium mit Schiebeelementen | 1.200–1.500 € |
| Wohnwintergarten komplett inkl. Genehmigung | 2.500–4.000 € |
Quelle: aroundhome.de, Stand 2026-07-24.
Wird eine bestehende Überdachung geschlossen, entfallen Dach und Pfosten als Neuteile – sofern sie tragfähig sind. Wie sich ein Wintergarten im Einzelnen zusammensetzt, erklärt Ratgeber: Wintergarten Kosten. Einen ersten Richtpreis für Ihre Maße liefert der Richtpreis in 2 Minuten berechnen.
Entscheidungshilfe: fünf Fragen für Ihre Terrasse in Nürnberg
- In welchen Monaten soll die Terrasse genutzt werden? Reine Sommernutzung spricht für das Dach, Herbst- und Winterabende für den Glasraum.
- Wie groß soll die Fläche werden? Über 30 m² braucht auch die Überdachung einen Bauantrag.
- Wollen Sie die Seiten später schließen? Dann planen Sie Fundament und Träger gleich für Glaswände.
- Soll die Fläche als Wohnraum zählen? Das schafft nur der Wintergarten.
- Welches Budget steht bereit? Die Spanne reicht vom einfachen Dach bis zum kompletten Wohnwintergarten.
Häufige Fragen: Wintergarten oder Terrassenüberdachung?
Brauche ich in Bayern für eine Terrassenüberdachung eine Genehmigung?
Bis 30 m² Fläche nicht: Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. g BayBO stellt Terrassenüberdachungen dieser Größe verfahrensfrei. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei – Abstandsflächen, Bebauungsplan und Statik gelten trotzdem. Größere Überdachungen und jeder Wintergarten brauchen einen Bauantrag. Bei Grenzfällen lohnt vor Baubeginn eine kurze Rückfrage bei der zuständigen Bauaufsicht.
Wird mein Terrassendach mit Glasschiebewänden zum Wintergarten?
Wenn die Überdachung dadurch ringsum geschlossen wird, ja. Baurechtlich entsteht dann ein Wintergarten, für den in Bayern ein Bauantrag nötig ist. Die oft genannte Regel, dass mindestens zwei Seiten offen bleiben müssen, ist eine verbreitete Auslegung und steht nicht wörtlich im Gesetz. Klären Sie solche Pläne deshalb vor dem Einbau mit der Bauaufsicht oder mit uns.
Welche Lösung kostet weniger – offenes Terrassendach oder geschlossener Glasraum?
Die Terrassenüberdachung ist in aller Regel deutlich günstiger, weil Seitenwände, Türen und meist auch der Bauantrag entfallen. Ein Wintergarten kostet mehr, bietet dafür aber einen geschlossenen Raum. Als Richtwert nennt aroundhome.de für einen Kaltwintergarten in Basis-Ausführung etwa 890 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter, für einen kompletten Wohnwintergarten 2.500 bis 4.000 Euro.
Kann ich erst ein Terrassendach bauen und später einen Wintergarten daraus machen?
Das ist möglich, wenn die Überdachung von Anfang an dafür ausgelegt ist. Fundament, Träger und Dach müssen das zusätzliche Gewicht von Glaswänden tragen, und im Dach muss Verbundsicherheitsglas liegen. Wer den späteren Ausbau schon beim Terrassendach mitplant, spart sich Umbauten. Für den geschlossenen Raum ist dann in Bayern ein Bauantrag nötig.
Zählt eine Terrassenüberdachung zur Wohnfläche?
Nein, eine offene Überdachung ist kein Raum und wird nicht als Wohnfläche gerechnet. Anders beim Wintergarten: Nach § 4 der Wohnflächenverordnung zählen unbeheizbare Wintergärten zur Hälfte, beheizte bei ausreichender Raumhöhe voll. Wer die Fläche später vermieten oder verkaufen will, sollte diesen Unterschied in die Entscheidung einbeziehen.
Dach, Glasraum oder beides?
Wir beraten Sie zu Ihrer Terrasse in Nürnberg und kümmern uns beim Wintergarten auch um den Bauantrag.
Oder direkt anrufen: 0176 42271503